
6 von 6 möglichen Sternen für Interpretation und Klang
Piano News 6/2021, Bernd Wladika
„Die Bearbeitung großer Orchesterwerke für kleinere Besetzungen hatte den Reiz, monumentale Werke auch in kleinerem Rahmen aufführen zu können. Doch abgesehen von diesem Aspekt hat eine solche Konzentration auf das Wesentliche gerade bei Konzerten den interessanten Effekt, dass das Soloinstrument mehr hervortritt. Die vorliegende Einspielung zeigt dies augenfällig. Die Pianistin Gerlint Böttcher brilliert in dieser Rolle auf exzellente Weise: Glasklar, leicht und fein dosiert ist ihr Anschlag, was in Beethovens 1. Klavierkonzert das Herz des Hörers höher schlagen lässt. Die Kantabilität des 2. Satzes liegt durch die kleinere Besetzung im wahrsten Sinne des Wortes in den Händen der Pianistin. Böttcher begegnet diese Herausforderung in geschmackvoll und subtil gestalteten Phrasierungen, gepaart mit einem sehr weichen Anschlag. In Mendelssohns zunächst introvertiert beginnendem und sich später dramatisch zuspitzendem Klavierkonzert Nr. 2 beweist Böttcher zudem ausgesprochene Fähigkeiten zu emotionaler Tiefe. Auch hier steht das Klavier durch die Bearbeitung wiederum mehr im Vordergrund als im Original, was der Pianistin mehr Entfaltungsraum gibt, den sie geschickt zu nutzen weiß.
Nicht zu vernachlässigen ist der warme Streicherklang des Ensembles, der die CD zusätzlich abrundet. Eine Aufnahme von Bekanntem, was aber in der reduzierten Besetzung ganz neue Eindrücke zu vermitteln vermag.“