
Bad Homburger Schloßkonzerte - Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Frankfurter Neue Presse, Jan O. Deiters
Auf den Flügeln der Musik Es war das Abschlußkonzert der Bad Homburger Schloßkonzerte und es markierte den Höhepunkt einer Saison, die in vielerlei Hinsicht vorbildhaft war.
Johann Sebastian Bach, Johann Wilhelm Hertel, Robert Volkmann und Dimitrij Schostakowitsch. Beim letzten Schloßkonzert dieser Saison am vergangenen Freitag wurde ein Bogen gespannt, der vor einigen Jahren noch nicht möglich gewesen wäre. Und das Publikum war begeistert, goutierte die Leistungen von Orchester und Solisten nachdrücklich. Die Schlosskirche ist vom Ambiente her ein wirkliches Juwel für genau diese Art von Veranstaltungen. Trotz des vielseitigen kulturellen Angebotes in Bad Homburg hebt sich diese Symbiose von Aufführungsort, Musikerlebnis und Auswahl der Komponisten von der Masse ab. Rundfunk kommt Die Künstler auf der Bühne sind Könner auf höchstem Niveau. Und die dargebotenen Stücke sind eine gelungene Mischung aus bekannteren Kompositionen und selten zu hörenden Werken aller Couleur. Nicht umsonst wird der Hessische Rundfunk das kommende Kammermusikfest live aufnehmen und nicht nur in Hessen, sondern weltweit ausstrahlen. Das kann man durchaus als „Ritterschlag“ bezeichnen, denn die Ansprüche des Senders sind enorm hoch. Der Abschlußabend war erneut virtuos, mitreißend und gleichzeitig gefühlvoll und sphärisch. Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim ist Garant für eine präzise und doch individuelle Umsetzung des Notenmaterials. Der junge französische Dirigent Aurelien Bello trug die Musiker beschwingt und dynamisch durch den Abend. Schostakowitsch mit seinem Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester in c-Moll jedoch war der Höhepunkt des Abends. Der letzte Teil dieses Klavierkonzertes musste gar als Zugabe wiederholt werden. Die Solisten waren diesmal der Trompeter Rudolf Mahni, der beispielsweise als Solotrompeter des Philharmonischen Orchesters Freiburg tätig ist. Die Pianistin Gerlint Böttcher konzertierte schon mit den Berliner Symphonikern, erarbeitete sich einige Wettbewerbsgewinne und übernahm den Solopart bei Schostakowitsch.