Kein Wölkchen-Impressionismus

29. April 2004

Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ, Guido Holze

 

Klavierabend mit Gerlint Böttcher bei den Seligenstädter Klosterkonzerten

„Von ihrer Spielfertigkeit und Geläufigkeit gab sie ... mit drei Konzertetüden von Liszt Kostproben fern aller Effekthascherei, etwa beim „Gnomenreigen“. Der durch sehr sparsamen Pedalgebrauch klare Vortrag kam auch Mendelssohns Rondo capriccioso op. 14 zugute, das so als Musterbeispiel eines romantischen Klassizismus gelten konnte - veräußerlicht nur in der packenden Schluß-Stretta. Gerade die introvertierten und intimen Züge brachte Böttcher in Ravels Suite „Le Tombeau de Couperin“ heraus, ohne sogleich einen Wölkchen-Impressionismus zu evozieren.“