
Virtuoser Tastenzauber bei 35 Grad
Täglicher Anzeiger Holzminden, Dr. S. Jellinek
Gerlint Böttcher spielte in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ in Stadtoldendorf
Gerlint Böttcher spielte ein fesselndes Konzert in Stadtoldendorf „... Von Liszt ́s „Bravourstudien nach Paganini“ meinte Schumann Anno 1842, dass „vielleicht nicht Vier oder Fünf auf der ganzen Welt“ sie zu bewältigen vermögen. Die junge Gerlint Böttcher bewältigte sie Anno 2010 mit Bravour..... Hier (Liszt ́s Paganini-Etüde Nr.2 und zwei Konzertetüden sowie Chopins Etüde op. 10 Nr.5 ) verschmolz das Technische der Musik völlig mit dem Wesentlichen, und man erinnerte sich an Liszts Frage, wozu man eigentlich ein Orchester brauche, wenn es doch den Konzertflügel gibt. Auch in Mozarts witzigen Variationen auf ein französisches Kinderlied, in Deutschland als Weihnachtslied bekannt, ist das technische Element, die immer schneller und komplexer werdenden Figurationen, Hauptsache und war ihre Wiedergabe voll adäquat.
Bei einer zweiten Gruppe von Werken, drei Bach -Transkriptionen von Wilhelm Kempff und Schuberts Ges-Dur Impromptu - waren nicht bravouröse Passagen, sondern das Herausheben einer quasi-gesanglichen Melodie aus einem Geflecht von Akkordbrechungen, die mit der linken Hand gespielt werden, die zentrale Aufgabe - eine Herausforderung, welche die Solistin souverän meisterte.....
Insgesamt war es...ein.... fesselndes Konzert der Weltklassik-Reihe mit einer sympathischen, hochbegabten Pianistin, einem ungewöhnlichen, abwechslungsreichen Programm und einem trotz sommerlicher Hitze aufmerksamen und dankbaren Publikum.....“